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    Rückverfolgbarkeit

    Rückverfolgbarkeit in der Fenster- und Glasfertigung

    Was es praktisch bedeutet, wenn jede Einheit ihre eigenen Chargen, Belege und Zeitstempel trägt — statt der Lieferung, aus der sie stammt.

    Kurz beantwortet

    Rückverfolgbarkeit heißt: Zu jeder gefertigten Einheit lässt sich sagen, aus welchen Chargen sie besteht, wer sie wann bearbeitet hat und in welchem Zustand sie das Werk verlassen hat. Nicht für die Lieferung, aus der sie stammt, sondern für diese eine Einheit.

    Der Unterschied zeigt sich erst in der Reklamation. Hängt die Charge an der Lieferung, ist die Frage „welche Einheiten sind betroffen?“ eine Recherche. Hängt sie an der Einheit, ist sie eine Abfrage.

    Was erfasst wird

    Was an einer Einheit hängt

    Erfasst wird dort, wo die Einheit entsteht — nicht nachträglich im Büro.

    Chargennummern

    Folie, Copolymer, Glasherstellung und Glaslos werden am Auftrag erfasst und wandern von dort in Pässe, Etiketten und Papiere. Erfasst wird einmal, verwendet wird es überall.

    Status je Einheit

    Eine Hallenansicht für Touchscreens zeigt den Stand je Einheit. Was dort markiert wird, ist der Stand — es gibt keine zweite Liste, die danach noch gepflegt werden müsste.

    Foto- und Videobeleg

    Belege hängen an der Einheit. Wie sie aussah, als sie fertig gemeldet wurde, ist damit keine Erinnerung, sondern eine Datei am richtigen Datensatz.

    Bruchgründe je Bauteil

    Geht etwas zu Bruch, wird der Grund je Bauteil festgehalten — Glas und Folie getrennt. Daraus wird die Nachbestellung beim Lieferanten, und über die Zeit die Antwort auf die Frage, woran es liegt.

    Wer und wann

    Hinter jeder Markierung stehen Person und Zeitpunkt. Nicht zur Kontrolle der Mitarbeiter, sondern damit eine Rückfrage drei Monate später beantwortbar bleibt.

    Der Fall, für den man es baut

    Ein Lieferant meldet ein Problem mit einer Charge. Die Frage lautet nicht, ob Ware betroffen ist, sondern welche — und bei welchen Kunden sie steht. Ohne Zuordnung je Einheit ist die Antwort ein Arbeitstag und ein ungutes Gefühl; mit Zuordnung ist sie eine Liste.

    Derselbe Datenbestand trägt später den digitalen Produktpass. Das ist kein zweites Projekt, sondern dieselbe Erfassung mit einer anderen Ausgabe.

    Häufige Fragen

    Fragen, die dazu regelmäßig kommen

    Muss dafür jemand zusätzlich etwas eintragen?
    Die Chargen werden einmal am Auftrag erfasst, der Status ohnehin in der Halle markiert. Was danach entsteht — Etikett, Papier, Pass — nimmt diese Daten, statt sie erneut zu verlangen.
    Wie tief geht die Zuordnung?
    Bis auf die einzelne Einheit: Scheibe, Flügel oder Paneel. Nicht bis zur Lieferung und nicht bis zum Auftrag, weil beides für eine Reklamation zu grob ist.
    Was passiert bei Bruch in der Fertigung?
    Der Grund wird je Bauteil festgehalten, getrennt für Glas und Folie, und geht in die Nachbestellung beim Lieferanten ein. Die Einheit bleibt dabei dieselbe Einheit — sie bekommt keinen neuen Datensatz.
    Brauchen wir dafür den digitalen Produktpass?
    Umgekehrt. Die Rückverfolgbarkeit ist die Voraussetzung, der Pass ist eine mögliche Ausgabe davon. Wer je Einheit erfasst, kann den Pass jederzeit ausstellen; wer es nicht tut, kann ihn auch mit Frist nicht.
    Wie lange bleiben die Daten abrufbar?
    So lange, wie sie gebraucht werden — und das ist deutlich länger als der Auftrag. Reklamation, Wartung und Ersatzteil fragen nach einer Einheit, die im Auftragswesen längst abgeschlossen ist.

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