Rückverfolgbarkeit
Was es praktisch bedeutet, wenn jede Einheit ihre eigenen Chargen, Belege und Zeitstempel trägt — statt der Lieferung, aus der sie stammt.
Rückverfolgbarkeit heißt: Zu jeder gefertigten Einheit lässt sich sagen, aus welchen Chargen sie besteht, wer sie wann bearbeitet hat und in welchem Zustand sie das Werk verlassen hat. Nicht für die Lieferung, aus der sie stammt, sondern für diese eine Einheit.
Der Unterschied zeigt sich erst in der Reklamation. Hängt die Charge an der Lieferung, ist die Frage „welche Einheiten sind betroffen?“ eine Recherche. Hängt sie an der Einheit, ist sie eine Abfrage.
Was erfasst wird
Erfasst wird dort, wo die Einheit entsteht — nicht nachträglich im Büro.
Folie, Copolymer, Glasherstellung und Glaslos werden am Auftrag erfasst und wandern von dort in Pässe, Etiketten und Papiere. Erfasst wird einmal, verwendet wird es überall.
Eine Hallenansicht für Touchscreens zeigt den Stand je Einheit. Was dort markiert wird, ist der Stand — es gibt keine zweite Liste, die danach noch gepflegt werden müsste.
Belege hängen an der Einheit. Wie sie aussah, als sie fertig gemeldet wurde, ist damit keine Erinnerung, sondern eine Datei am richtigen Datensatz.
Geht etwas zu Bruch, wird der Grund je Bauteil festgehalten — Glas und Folie getrennt. Daraus wird die Nachbestellung beim Lieferanten, und über die Zeit die Antwort auf die Frage, woran es liegt.
Hinter jeder Markierung stehen Person und Zeitpunkt. Nicht zur Kontrolle der Mitarbeiter, sondern damit eine Rückfrage drei Monate später beantwortbar bleibt.
Ein Lieferant meldet ein Problem mit einer Charge. Die Frage lautet nicht, ob Ware betroffen ist, sondern welche — und bei welchen Kunden sie steht. Ohne Zuordnung je Einheit ist die Antwort ein Arbeitstag und ein ungutes Gefühl; mit Zuordnung ist sie eine Liste.
Derselbe Datenbestand trägt später den digitalen Produktpass. Das ist kein zweites Projekt, sondern dieselbe Erfassung mit einer anderen Ausgabe.
Häufige Fragen
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